„In der Gruppe lernt es sich leichter"

© Die PTA in der Apotheke

Narayana Schönberg ist einer der wenigen Männer in der PTA-Schule. Er bereitet sich gerade auf den ersten Prüfungsabschnitt vor. Wir haben ihn unter anderem gefragt, wieso er PTA werden möchte.

Nicht viele Männer werden PTA. Wie kam es dazu und was sagen Ihre Familie und Ihr Freundeskreis?

Ich habe nach der Schule einen Beruf gesucht, der abwechslungsreiche Themen bietet und da ich mich für medizinische Dinge im allgemeinen sehr interessiere, war PTA genau das richtige. Das finde ich auch jetzt noch, kurz vor Ende der zwei Jahre PTA-Schule. Meine Freunde und Verwandten finden gut, was ich mache. Sie fragen mich öfter über Arzneistoffe und deren Anwendung. 

Möchten Sie später in der öffentlichen Apotheke arbeiten?

Mir schwebt da doch eher eine Tätigkeit in der Industrie vor. Man hat einfach ganz andere Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten. Wenn es mir aber jetzt in dem anstehenden halbjährigen Praktikum gut in der Apotheke gefällt, kann ich mir auch vorstellen, in einer öffentlichen Apotheke zu arbeiten. Ich habe mich noch nicht festgelegt.

Wie fühlt man sich in der Klasse unter so vielen Frauen?

Ich mache da keinen Unterschied, letztendlich interessieren wir uns alle für dasselbe Thema und das schafft eine gewisse Verbindung. Zu den meisten habe ich ein gutes Verhältnis. Ich habe auch einige neue Freundschaften in den letzten beiden Jahren geschlossen.

Gibt es Dinge in der Ausbildung, die Ihnen als Mann besser oder weniger gut liegen als den Frauen?

Schwer zu sagen, ob es jetzt an den eigenen Stärken und Schwächen liegt, aber ich hatte das Gefühl, dass die Frauen in meiner Klasse wesentlich schneller und organisierter in den praktischen Fächern waren als die Männer. Insbesondere in Galenik hatte ich den Eindruck, dass sie schneller überblicken, was zu tun ist. Dafür ist die theoretische Chemie den Männern vielleicht ein wenig leichter gefallen als den Frauen. Aber das ist bei so einer relativ kleinen Gruppe nicht repräsentativ und hängt ja auch immer von den Vorkenntnissen ab.

Sie stehen jetzt kurz vor dem Examen. Wie geht es Ihnen und Ihren Mitschülern?

Die Stimmung in der Klasse war in den letzten Wochen eigentlich sehr gut, wobei man natürlich gemerkt hat, dass alle immer aufgeregter wurden. Mir geht es da auch nicht anders. Ich glaube, keiner kann sich dem entziehen. Je näher die Prüfungen kommen, umso stärker wird der Druck. Aber es geht uns gut und die Lehrer sind verständnisvoll. Dass das Privatleben unter der Lernerei leidet, ist nicht schön, aber es ist ja nur auf eine gewisse Zeit beschränkt. Ich bin froh, wenn die Stressphase vorbei ist und die Prüfungen hoffentlich gut überstanden sind.

Wie klappt es mit dem Lernen? Wann haben Sie angefangen?

Richtig angefangen zu lernen habe ich etwa sechs Wochen vor dem ersten Prüfungstermin und momentan kurz vor den Prüfungen fühle ich mich, abgesehen von ein paar kleinen Themen, recht gut vorbereitet. „Mut zur Lücke“ und etwas Glück gehören aber auch irgendwie immer dazu. Man kann nicht alles wissen. Wenn man versucht, den ganzen Stoff auswendig zu lernen, fühlt man sich ja wie eine Maschine. Mir ist wichtig, die Inhalte zu verstehen. Dann kann ich mir auch Dinge herleiten, die ich im Moment vielleicht nicht gleich parat habe.

Können Sie unseren Lesern einen Tipp fürs Lernen geben?

Sehr zu empfehlen ist aus meiner Sicht das Lernen in Gruppen. Wenn man zuerst alleine lernt und dann nochmal alles miteinander durchgeht, können die Unklarheiten, die noch bestehen, meist beseitigt werden. Irgendeiner kann immer die Fragen beantworten, die man selber noch hat. Außerdem macht es einfach viel mehr Spaß zusammen zu lernen als immer nur alleine über seinen Unterlagen zu brüten.

Fühlen Sie sich gut vorbereitet für das Praktikum in der Apotheke?

In der schulischen Ausbildung der letzten zwei Jahre haben wir sehr viel gelernt. Natürlich waren da auch viele theoretische Themen dabei, die man als Hintergrundinformation aber nun mal wissen muss. Vieles war aber auch sehr praxisnah, wir haben zum Beispiel Kundengespräche geübt, wo wir das Gelernte umsetzen konnten. Ich denke, ich bin gut vorbereitet auf die Apotheke und fühle mich relativ sicher. Durch die bereits absolvierte Famulatur weiß ich ja, was von mir erwartet wird.

Haben Sie sich schon für eine Praktikums-Apotheke entschieden? Nach welchen Kriterien haben Sie die Apotheke ausgewählt?

Ja, ich habe schon einen Praktikumsvertrag. Die Apotheke habe ich in erster Linie nach den Hauptaufgaben, die man mir dort übertragen wird, ausgesucht. Es ist mir aber auch sehr wichtig, dass dort ein gutes Arbeitsklima herrscht. Schließlich muss man den ganzen Tag mit den Kollegen verbringen. Da muss man sich auch verstehen.

Sonst macht es keinen Spaß. Da ja fast überall Praktikanten genommen werden, lohnt es sich, einfach mal in einer Apotheke, die einem gefällt, vorbeizuschauen und nach einem Praktikumsplatz zu fragen. Wichtig ist es, im Vorstellungsgespräch selber Fragen zu stellen. Dann kann man leichter entscheiden, ob man dorthin passt.

Den Artikel finden Sie auch in die PTA IN DER SCHULE 2016 ab Seite 14.

VITA

Narayana Schönberg arbeitete nach dem Abitur 2013 zunächst ein Jahr ohne Ausbildung in der chemischen Industrie. Seit 2014 besucht er die PTA-Schule in Frankfurt am Main. Im März 2017 wird er nach dem PTA-Praktikum in der Marktapotheke Friedberg voraussichtlich den zweiten Prüfungsabschnitt absolvieren. Anmerkung der Redaktion: Narayana Schönberg hat den ersten Prüfungsabschnitt inzwischen erfolgreich bestanden.

Das Interview führte Sabine Breuer

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