„Mit meiner Ausbildung habe ich viele Möglichkeiten"

© Die PTA in der Apotheke

Simona Cerrato ist seit einem halben Jahr mit der PTAAusbildung fertig. Sie ist inzwischen als Lehrassistentin an die PTA-Schule zurückgekehrt. Wir wollten wissen, wie sie die Schulzeit in Erinnerung hat.

Sie haben in diesem Jahr Ihr PTA-Examen abgelegt. Hat Ihnen die Ausbildung Spaß gemacht?

Es war eine tolle Zeit, in der ich viel gelernt und viele neue Leute kennengelernt habe. Mir hat die Ausbildung wirklich Spaß gemacht. Aber es war auch sehr anstrengend. Im ersten Schuljahr konnte man nebenbei vielleicht noch ein oder zwei Tage arbeiten. Im zweiten Jahr ging das nicht mehr. Man muss einfach ständig am Ball bleiben, sonst verliert man den Anschluss. 

Wie haben Sie sich damals auf das Examen vorbereitet?

Ich bin ganz gut damit klargekommen, kontinuierlich während der zwei Jahre vor den Klausuren das Wichtigste zusammenzufassen. So konnte ich für die Prüfungen aus meinen komprimierten Unterlagen lernen. Das hat mir sehr geholfen und ich hatte einen guten Überblick über den gesamten Stoff. Nach dem Prinzip „Mut zur Lücke“ zu lernen und von vornherein Themen weglassen, das ist nichts für mich. Dafür hab ich nicht die Nerven.

Wann soll man anfangen zu lernen?

Auf jeden Fall früh genug! Das habe ich mir zumindest damals vorgenommen. Man kann das leider nicht immer so umsetzen, es wurden ja auch noch bis zum Schluss Klausuren geschrieben. Aber der Stoff war ja auch examensrelevant und musste ohnehin gelernt werden. Die Zeit vor der Prüfung geht so schnell rum, ich kann nur raten, viel Zeit einzuplanen. Stressig wird es von alleine.

Wie sind Sie mit der Aufregung vor den Prüfungen umgegangen?

Ich war vor den mündlichen Prüfungen viel aufgeregter als vor den schriftlichen. Das geht wahrscheinlich den meisten so. Eine Kollegin aus der Apotheke, in der ich dann später auch mein Praktikum absolviert habe, hat mir empfohlen, Salbeitee zu trinken. Tatsächlich hat mir das vor jeder Prüfung die Anspannung etwas genommen. Ansonsten kann ich nur empfehlen, sich gut vorzubereiten. Wenn man ein gutes Gewissen hat und weiß, dass man viel gelernt hat, ist man auch nicht so aufgeregt.

Wie hat es in Ihnen in Ihrer Praktikums-Apotheke gefallen?

Ich habe eine schöne Zeit in Erinnerung und wurde von meinen Kollegen gut aufgenommen. Das in der Schule Erlernte konnte ich vor allem im Labor und in der Rezeptur gut umsetzen. Die Beratung hingegen fiel mir erst einmal relativ schwer, da noch keine Erfahrung mit echten Kunden vorhanden war. Wir haben es zwar in der Schule geübt, aber das ist doch was anderes. Ich hörte meinen Kollegen deshalb bei Beratungsgesprächen besonders aufmerksam zu und versuchte dann meine Beobachtungen selbst umzusetzen.

Wie war das erste Mal im Handverkauf?

Ich war sehr aufgeregt und hatte so viele Gedanken im Kopf. Meine Kollegen haben mir so gut es ging geholfen. Mein Chef gab mir ebenfalls einige Tipps und hat mich angeleitet. Das hat mir ein wenig Sicherheit gegeben. Aber aufgeregt war ich in der ersten Zeit schon.

Haben Sie auch mal was Lustiges oder Peinliches mit Kunden erlebt?

Es gab eine Situation, die mich ein wenig in Verlegenheit gebracht hat. Einmal hab ich von einem Kunden eine Blume für meine Beratung bekommen. Dieser Moment hat mich etwas peinlich berührt.

Was wird im zweiten Prüfungsabschnitt gefragt?

Ich wurde einiges aus der Gesetzeskunde und der Galenik gefragt und sollte eine Beratung zu einem Selbstmedikationsthema geben. Das war ganz in Ordnung. Wenn man sich gut darauf vorbereitet, ist es eigentlich nicht schwer. Es ist natürlich wieder einiges zu lernen, da man vorher nicht wirklich einschätzen kann, was genau gefragt wird. Ich denke, es geht mehr um praxisrelevante Dinge, die man in der Apotheke dann auch wirklich wissen muss, und weniger um Details aus der Chemie oder so.

Sie sind jetzt Lehrassistentin. Wieso sind Sie nicht in der öffentlichen Apotheke geblieben?

Während meines Praktikums habe ich oft überlegt, ob ich in der öffentlichen Apotheke bleiben oder mich irgendwo anders bewerben soll. Von meiner Praktikums – Apotheke habe ich leider nur eine Teilzeitstelle angeboten bekommen. Doch gleichzeitig habe ich erfahren, dass an der PTA-Schule, an der ich auch meine Ausbildung gemacht habe, eine Stelle frei wird. Da habe ich sofort die Chance ergriffen und mich beworben. Bis jetzt kann ich mir nichts Besseres und Passenderes für mich vorstellen.

Können Sie sich trotzdem vorstellen, eines Tages wieder in der öffentlichen Apotheke zu arbeiten?

Wieso nicht! Vielleicht möchte ich eines Tages doch nochmal was anderes machen. Ich liebe meine Arbeit, ob es im Labor ist oder im Umgang mit Menschen. Mit meiner Ausbildung habe ich viele Möglichkeiten.

Den Artikel finden Sie auch in die PTA IN DER SCHULE 2016 ab Seite 24.

Das Interview führte Sabine Breuer

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