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Kleine Zellen werden groß

© Die PTA in der Apotheke

Zur Identifizierung von Drogen bietet sich das Mikroskopieren an, denn damit kann man charakteristische Merkmale, wie bestimmte Spaltöffnungstypen, Kristalle, Haare oder Ölbehälter sichtbar machen.

Das Arbeiten mit dem Mikroskop ist nicht ganz einfach. Man kann einige Fehler machen und auch das Zeichnen des Gesehenen ist nicht jedermanns Sache. Erfolgreiches Mikroskopieren fängt schon bei der Herstellung des Präparates an und auch das Mikroskop muss richtig eingestellt werden. Wenn man die zu untersuchende Droge im Mörser zu einem mittelfeinen Pulver zerkleinert und anschließend siebt, kann man sich in vielen Fällen das mühsame und fehlerträchtige Erstellen eines Schnittpräparates sparen.

Herstellung von Pulverpräparaten Sollen gepulverte Drogen untersucht werden, so gibt man auf einen zuvor mit einem Leinentuch von Staubkörnchen befreiten Objektträger ein bis zwei Tropfen Wasser oder Chloralhydrat-Lösung. Darauf verteilt man eine kleine Menge des Pulvers. Anschließend wird mit einem Deckgläschen abgedeckt. Dazu wird es dicht neben dem Tropfen mit der Kante aufgesetzt und an den ihn herangeführt, bis Kontakt zum Tropfen besteht. Dann wird das Deckglas abgesenkt.

Wenn man es korrekt macht, werden weniger Luftblasen eingeschlossen. Bei Verwendung von Chloralhydrat-Lösung wird das Präparat über der Flamme des Bunsenbrenners vorsichtig aufgekocht, bis sich erste Blasen bilden. Das Chloralhydrat dient zur Aufhellung des Präparates und es löst Stärke beim Aufkochen auf. Idealerweise befindet sich zwischen Objektträger und Deckgläschen gerade so viel Flüssigkeit, dass das Deckglas nicht schwimmt. Zuviel Flüssigkeit kann mit einem Streifen Filterpapier seitlich abgesaugt werden. 

Herstellung von Schnittpräparaten
Trockene Pflanzenteile, wie Rinden, Wurzeln oder Rhizome kann man schlecht in hauchfeine Präparate schneiden. Es empfiehlt sich das Einlegen in eine Ethanol-Glycerol- Wasser-Mischung. Nach etwa einem halben Tag sind die Objekte schnittfähig. Zum Schneiden wird das Material so festgehalten, dass es gerade über die Fingerkuppen ragt. Dann schneidet man mit einer scharfen Rasierklinge und mit leichtem Druck zum Körper hin feine Schnitte ab.

Ein besonders gleichmäßiger und dünner Schnitt wird auf den vorbereiteten Objektträger gegeben und wie die gepulverte Droge behandelt. Für dünne und zerbrechliche Pflanzenteile benötigt man eine mechanische Stütze während des Schneidens. Dazu eignen sich eine längshalbierte Holundermarkstange oder ein feinkörniges Styroporstück.

Einstellung des Mikroskops Man beginnt immer mit der kleinsten Vergrößerung, um sich einen Überblick über das Präparat zu verschaffen. Der Objektträger mit dem Präparat wird auf den Objektträgertisch gelegt und festgeklemmt. Mit dem Grobtrieb kann das Objektiv so nahe an den Objektträger geführt werden, dass das Objekt scharf sichtbar wird. Es darf das Deckgläschen aber nicht berühren. Mit dem Feintrieb wird die Bildschärfe weiter verbessert. Die Blende setzt man ein, um das Präparat optimal auszuleuchten. Und mit etwas Glück sieht man dann auch, was man sehen soll.

Den Artikel finden Sie auch in die PTA IN DER SCHULE 2016 auf Seite 36.

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